Das Qualitätsentwicklungs- und -testierungsmodell

  1. Was ist das Besondere an LQB?
  2. Nach welchen Prinzipien funktioniert LQB?
  3. Welchen Nutzen hat LQB?
  4. Wie ist LQB aufgebaut?
  5. Was ist der Nutzen der Testierung?
  6. Wie lange ist das Testat gültig und wie wird es aktualisiert?
  7. In welchen Schritten verläuft der Qualitätsprozess?
  8. Leistungen und Service

Bildung ist ein besonderes »Produkt«, denn man kann sie nicht verkaufen und nicht kaufen. Bilden kann sich jedes Individuum nur selbst! Bildungsanbieter können den Bildungsprozess allerdings durch ihre Dienstleistungen maßgeblich unterstützen. Für das Ergebnis des Bildungsprozesses, den Lernerfolg, sind aber die Lernenden in einem besonderen Maße selbst verantwortlich; die Bildungsorganisationen gestalten hierfür den Ermöglichungsraum.

Weil dies so ist, muss die Planung und Qualitätsentwicklung von Bildungsveranstaltungen sich aus dem Bildungsprozess heraus begründen. 

Die Lernerorientierte Qualitätstestierung für Bildungsveranstaltungen...

  • ist ein Qualitätsentwicklungsmodell für Bildungsveranstaltungen, bei dem die Lernenden systematisch im Mittelpunkt stehen.
    • Das heißt: Die gesamte Planung und Organisation der Bildungsveranstaltung wird auf die Lernenden ausgerichtet.
  • ist ein Qualitätsentwicklungsverfahren mit der Möglichkeit zu externer Testierung.
    • Das heißt: Der Bildungsanbieter kann die Qualität der Gesamtkonzeption seiner Bildungsveranstaltung von einer unabhängigen, neutralen Stelle überprüfen und bestätigen lassen.
  • ist ein Leitfaden für die Planung aller Teilprozesse einer Bildungsveranstaltung.
    • Das heißt: Jeder, der sich mit der Konzeption von Bildungsveranstaltungen beschäftigt, kann den Leitfaden als Arbeitshilfe für seine Praxis nutzen, auch ohne sich für eine Testierung anzumelden.
  • folgt in ihren Grundannahmen sowie im Aufbau der Qualitätsbereiche und des Testierungsverfahrens der Lernerorientierten Qualitätstestierung für Weiterbildungsorganisationen (LQW).
    • Das heißt: LQB knüpft an ein verbreitetes und anerkanntes Qualitätsmanagementsystem an. Das im Rahmen von LQW erprobte und bewährte Vorgehen kann hier im kleineren Rahmen, auf der Ebene von Aus-, Fort- oder Weiterbildungskonzeptionen, angewendet werden. Die Nutzer von LQB sind auf diese Weise Teil einer Qualitätsgemeinschaft im Bildungsbereich. LQB ist genauso wie LQW wissenschaftlich begründet und erprobt.

Auf der Ebene von Bildungsveranstaltungen bzw. von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten ist LQB bislang das einzige Qualitätsentwicklungsmodell und -verfahren, das den Lernenden systematisch ins Zentrum der Planung und Qualitätsentwicklung einer Bildungsveranstaltung stellt und zugleich die Möglichkeit bietet, die Qualität von Lehrgängen, Aus- oder Fortbildungsangeboten unter die Lupe zu nehmen und zu testieren, ohne dass sich gleich die Gesamtorganisation einem Qualitätsprozess unterziehen muss.

LQB kann von jedem Bildungsanbieter der Erwachsenen-, Weiter- und Ausbildung angewendet werden, egal aus welchem Bereich der allgemeinen, beruflichen, betrieblichen, kulturellen, politischen, gewerkschaftlichen, ökologischen oder konfessionellen Bildung er kommt. Als Planungshilfe oder Leitfaden für die Qualitätsentwicklung ist LQB für jede Art von Bildungsveranstaltungen nutzbar. Für eine Testierung bieten sich hingegen eher längerfristige Lehrgänge bzw. Aus- und Fortbildungen an, die mehrfach durchgeführt werden, so dass eine systematische und vollständige Beschreibung von Prozessen sich lohnt und die sich aus der Qualitätsentwicklung ergebenden Lerneffekte im nächsten Durchgang umgesetzt werden können.


LQB unterstützt seine Anwenderinnen und Anwender, das gesamte organisatorische und pädagogische Handeln im Rahmen einer Bildungsveranstaltung aufeinander abgestimmt und reflektiert zu gestalten.

  • Die erforderlichen Qualitätsstandards werden nicht von außen vorgegeben.Vielmehr besteht der Anspruch an den Anbieter, eigene Kriterien zu formulieren und in Bezug auf die eigenen Ziele und Vorstellungen von gelungenem Lernen zu begründen.
    • Das heißt: Die Anforderungen des LQB-Modells machen keine inhaltlichen Vorgaben, sondern legen fest, für welche Aspekte einer Bildungsveranstaltung eigene Qualitätskriterien zu finden sind. Dies ist wichtig, weil die Angemessenheit von Lernbedingungen je nach Zielen, Zielgruppen, Inhalten und Kontexten einer Bildungsveranstaltung sehr unterschiedlich kann.
  • LQB ist ein Modell zur Selbstevaluation.
    • Das heißt: Anhand der durch das Modell vorgegebenen Qualitätsbereiche können Bildungsanbieter ihre eigenen Vorgehensweisen und Verfahren planen, reflektieren, bewerten und überarbeiten.
  • Durch einen schriftlichen Selbstreport wird die Selbstevaluation dokumentiert.
    • Das heißt: Indem der Bildungsanbieter anhand der durch LQB definierten Anforderungen das eigene Handeln schriftlich erläutert, wird der Selbstevaluation ein verbindlicher Rahmen gegeben. Das schriftliche Formulieren unterstützt Selbstvergewisserung und Transparenz.
  • Die Testierung beruht auf einer Fremdevaluation im Rahmen einer unabhängigen Begutachtung. Prüfung und Beratung sind bei der Begutachtung miteinander verbunden.
    • Das heißt: Indem der Selbstreport durch eine unabhängige Gutachterin bzw. einen unabhängigen Gutachter begutachtet wird, wird der Selbsteinschätzung eine Fremdeinschätzung gegenübergestellt. Dabei wird natürlich die Erfüllung der im Rahmen von LQB für die einzelnen Qualitätsbereiche gesetzten Anforderungen abgeprüft und gegebenenfalls werden Auflagen formuliert. Außerdem bringt der Gutachter seine Außenperspektive in Form von Anregungen, Fragen, Kommentaren ein, die der Bildungsanbieter in seiner Weise für sich nutzen kann.

LQB dient als roter Faden, um die Professionalität des eigenen pädagogischen Handelns im Rahmen einer Bildungsveranstaltung zu reflektieren und zu steigern.

  • Die Auseinandersetzung mit der Definition gelungenen Lernens bewirkt eine Zunahme der pädagogischen Professionalität.
    • Das heißt: Das pädagogische Selbstverständnis der an der Bildungsveranstaltung beteiligten Pädagogen wird vertieft und verdeutlicht.
  • Die Bildungsarbeit orientiert sich stärker an den Bedürfnissen der Lernenden.
    • Das heißt: Die Lernerfolge der Teilnehmenden werden verbessert.
  • Ziele, Qualitätskriterien und Erfolgsindikatoren werden diskutiert und in ihrer Umsetzung überprüft.
    • Das heißt: Das Handeln der Beteiligten ist an gemeinsamen Zielen orientiert.
  • Die Evaluation gibt Auskunft über Erfolge, die im Rahmen der Bildungsveranstaltung erreicht wurden und führt zum Erkennen von Entwicklungspotenzialen in der Gestaltung der Bildungsveranstaltung.
    • Das heißt: Der Nutzen der Bildungsveranstaltung wird deutlich, Innovationen und Veränderungen werden erleichtert.
  • Durch die Erstellung des Selbstreports wird oftmals nur informell gewusstes Wissen verschriftlicht.
    • Das heißt: Die Prozesssicherheit und Transparenz der internen Abläufe und Planungsprozesse werden erhöht.
  • Der Überblick über die verschiedenen Aufgaben systematisiert und verbessert die Zusammenarbeit.
    • Das heißt: Das wechselseitige Verständnis für die Arbeit der Anderen wächst.
  • Die gemeinsame Auseinandersetzung mit Fragen der Qualitätsentwicklung fördert die Selbstreflexion und lässt die Wertigkeit der eigenen Arbeit erkennen.
    • Das heißt: Die Arbeitsmotivation wird gestärkt.
  • Die für eine Bildungsveranstaltung vorgenommenen Systematisierungen und Konzepte können übertragen und auch für andere Bildungsveranstaltungen des Bildungsanbieters nutzbringend eingesetzt werden.
    • Das heißt: Es ergeben sich Synergieeffekte, die die Professionalität des Bildungsanbieters auch in anderen Bereichen erhöhen.
  • Das Gutachten liefert eine Rückspiegelung aus der Außenperspektive.
    • Das heißt: Der Bildungsanbieter erhält konkrete Hinweise auf Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Das Testat (wie auch der Selbstreport und das Gutachten) stellen eine Möglichkeit dar, die Qualität der Bildungsveranstaltung gegenüber Kunden, Kooperationspartnern, Auftraggebern und potenziellen Teilnehmenden auszuweisen.
    • Die Anerkennung der Bildungsveranstaltung steigt.

Bildung als »Branche« und Lernen als »Produkt« zeichnen sich im Vergleich zu anderen Branchen und Produkten durch eine Besonderheit aus. Diese besteht darin, dass das »Endprodukt«, also der Lernerfolg, gar nicht vom Bildungsanbieter hergestellt werden kann. Der Abnehmer – sprich der Lernende selbst – muss es in Eigenaktivität erarbeiten. Weiterbildungsanbieter stellen nur die Bedingungen der Möglichkeit von Bildung bereit. Ob Bildung dann tatsächlich stattfindet, liegt letztendlich nicht in ihrer Hand. LQB ist daher ein Instrument, das die Anwender dabei unterstützt, die Qualität der Bedingungen, dass Lernen gelingen kann, in ihrer Bildungsveranstaltung zu verbessern. 

LQB hat daher folgende Prämissen:

  1. Der Lernende steht im Mittelpunkt aller Qualitätsbemühungen. Auf ihn ist die Konzeption und Qualitätsentwicklung der Bildungsveranstaltung und mithin das Testierungsverfahren ausgerichtet.
  2. Informationen aus der Umwelt geben ständig Anstoß, das Vorgehen im Rahmen der Bildungsveranstaltung zu reflektieren und zu verbessern. LQB fordert dazu auf, das Konzept der Bildungsveranstaltung immer wieder an sich verändernde Umweltanforderungen und Lerninteressen der Teilnehmenden anzupassen.
  3. LQB berücksichtigt, dass Bildung ein reflexives »Erfahrungsgut« ist und die Verbesserung der organisationalen Bildungsbedingungen daher auch ein reflexiver Prozess sein muss. Qualitätsverbesserung in der Bildungsbranche kann nicht durch technokratische Formalisierungen gefördert werden.
  4. Das Modell ist für alle Typen von Bildungsveranstaltungen anwendbar. Die Testierung ist insbesondere für langfristige und sich wiederholende Ausbildungen, Lehrgänge oder Qualifizierungsmaßnahmen sinnvoll.
  5. Die Testierung nach LQB ist nicht nur ein Prüfverfahren. Neben der externen Prüfung der Qualität anhand der Qualitätsanforderungen werden durch umfangreiche Kommentare und Anregungen im Gutachten Impulse für Reflexions- und Verbesserungsprozesse gegeben. 

Das LQB-Modell beschreibt den Gesamtprozess einer Bildungsveranstaltung in zehn Qualitätsbereichen. Die Qualitätsbereiche umfassen alle Schritte, die bei der Planung und Entwicklung einer Bildungsveranstaltung zu berücksichtigen sind:

  1. Selbstverständnis des Anbieters
  2. Kundenkommunikation/Kundenorientierung
  3. Bedarfserschließung/Zielgruppenbedürfnisse
  4. Definition gelungenen Lernens
  5. Ziele
  6. Inhaltliche Konzeption
  7. Qualität der Lehrenden
  8. Infrastruktur
  9. Evaluation
  10. Finanzielle Planung/Controlling 

Das Selbstverständnis des Anbieters stellt einen Bezug zu den Zielen, Werten, der Identität, den Leistungen, Fähigkeiten, Kundengruppen des Bildungsanbieters her und verweist damit auf den Rahmen der Bildungsveranstaltung.

Durch Verfahren der Kundenkommunikation soll die Kundengewinnung, Kundenpflege und Kundeninformation systematisiert werden. Nur wenn potenzielle Teilnehmende und relevante Partner erreicht und gewonnen werden können, kann eine Bildungsveranstaltung überhaupt realisiert werden.

Im Rahmen der Bedarfserschließung wird die Zielgruppe definiert und ihre Bildungsbedürfnisse werden sichtbar. So sind mit den ersten drei Qualitätsbereichen grundlegende Rahmenbedingungen für die inhaltliche Planung der Bildungsveranstaltung beschrieben.

Eine Definition gelungenen Lernens, welche dem Selbstverständnis des Bildungsanbieters entspricht und zur definierten Zielgruppe passt, ist die Basis aller weiteren Planungen.

Weiter werden Ziele für die Bildungsveranstaltung festgelegt.

Auf dieser Basis kann die konkrete inhaltliche Konzeption der Bildungsveranstaltung beginnen. Dabei werden im Detail Inhalte, didaktische und methodische Vorgehensweisen sowie die Lehrmaterialien etc. geplant.

Aus der Konzeption lassen sich Qualitätsanforderungen in Bezug auf Kompetenzen und Qualifikationen der Lehrenden und in Bezug auf infrastrukturelle Rahmenbedingungen für das Lernen ableiten.

Auf der Basis eines Konzeptes für die Evaluation der Bildungsveranstaltung können Erfolge auf allen Ebenen der Bildungsveranstaltung erhoben werden und es können entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

Durch die finanzielle Planung wird die Wirtschaftlichkeit der bisherigen Planungen geprüft und gesichert.

Die dargestellte Prozesskette ist als logisches Modell zur Strukturierung der Planung der Bildungsveranstaltung zu verstehen. Die Qualitätsbereiche sind dabei keine abgeschlossenen Einheiten, die zwingend in der dargestellten Reihenfolge geplant werden müssen. Es wird immer wieder Schnittstellen und Rückbezüge zwischen den einzelnen Bereichen geben.

Die Qualitätsbereiche bilden insgesamt alle Prozessschritte im Rahmen der Konzeption einer Bildungsveranstaltung ab. Die Qualität dieses Gesamtkonzeptes ist der Fokus von LQB. Es geht darum, dass die Kontextbedingungen für das Lernen aufeinander abgestimmt und zuverlässig gesichert sind, d.h. mit gleich bleibender Qualität bereitgestellt werden können. Die Definition gelungenen Lernens ist dabei der entscheidende Ausgangspunkt. LQB richtet sich auf die Angebotsqualität der Bildungsveranstaltung. Die über die Prozesskette abgebildeten Planungsaufgaben liegen allesamt vor der Durchführung der Bildungsveranstaltung. 

Die in den Qualitätsbereichen formulierten Anforderungen zielen darauf, Anbieter von Bildungsveranstaltungen in der Reflexion und Begründung des eigenen Handelns anzuleiten. LQB soll die Anbieter einer Bildungsveranstaltung unterstützen, im gesamten Verlauf des Prozesses Informationen systematisch zu erheben und auf dieser Basis begründete Entscheidungen für die Gestaltung von Inhalt und Verfahren zu treffen. Durch eine kontinuierliche Einbeziehung der Umwelt wird es wahrscheinlicher, dass die Bildungsveranstaltung an die Perspektive der Lernenden anschlussfähig ist.


LQB kann als Leitfaden für die Konzeption eines neuen Bildungsangebots genutzt werden oder auch, um eine schon bestehende, bereits mehrfach durchgeführte Bildungsveranstaltung in systematischer Form zu reflektieren und in ihrer Qualität weiter zu entwickeln.

Die Reflexion und Verbesserung der Konzeption einer Bildungsveranstaltung ist ein kontinuierlicher Prozess. Erfahrungen, Evaluationsergebnisse, neue Informationen in Bezug auf Bildungsbedarfe und Lernbedürfnisse sind die Basis, um die Konzeption zu überprüfen, anzupassen und anzureichern.

Neben der Nutzung von LQB als Arbeitshilfe für die Qualitätsentwicklung ist es möglich, eine Bildungsveranstaltung anhand der Anforderungen von LQB testieren zu lassen.

Die Testierung bietet folgenden Nutzen:

  • Die Anmeldung zu Testierung schafft Verbindlichkeit in der Qualitätsentwicklung.
    • Das heißt: Für die Testierung muss ein Bildungsanbieter einen schriftlichen Selbstreport erstellen und darin Aussagen zu allen LQB-Anforderungen treffen. Zu Beginn des Testierungsprozesses wird ein Termin vereinbart, bis wann der Selbstreport fertig gestellt ist. So wird sichergestellt, dass die Qualitätsentwicklung nicht wegen anderer wichtiger Aufgaben immer wieder verschoben oder vergessen wird.
  • Die Begutachtung bietet eine Rückspiegelung aus der Außenperspektive.
    • Das heißt: Ein professioneller fremder Blick eines Gutachters oder einer Gutachterin auf die eigenen Handlungsroutinen ermöglicht eine neue Perspektive. So können neue Entwicklungspotenziale und Handlungsmöglichkeiten entdeckt werden.
  • Durch das Testat kann die Qualität der Bildungsveranstaltung nach außen dargestellt werden.
    • Das heißt: Eine unabhängige Stelle hat die Qualität der Bildungsveranstaltung geprüft. Dies wird durch eine Testatsurkunde und ein digitales Testats-Logo bescheinigt. Damit kann das Marketing für die Bildungsveranstaltung unterstützt werden. 

Als Planungshilfe oder Leitfaden für die Qualitätsentwicklung ist LQB für jede Art von Bildungsveranstaltungen nutzbar. Für eine Testierung bieten sich hingegen eher längerfristige Lehrgänge bzw. Aus- und Fortbildungen an, die mehrfach durchgeführt werden.

Eine vollständige Beschreibung von Prozessen lohnt sich in jedem Fall, weil die sich aus der Qualitätsentwicklung ergebenden Systematisierungen und Lerneffekte im nächsten Durchgang der Bildungsveranstaltung genutzt werden können.


Unter der Voraussetzung, dass das Testat alle zwei Jahre aktualisiert wird, ist es dauerhaft gültig. Auf dem Testat ist das Datum vermerkt, zu dem die Testierung erfolgte. Zusätzlich zum Testat erhält der Bildungsanbieter ein digitales LQB-Logo. Darauf ist das Datum vermerkt, bis zu dem die Testierung aktualisiert werden muss. Dieses Datum liegt genau zwei Jahre nach dem Testierungstermin.

Für die Aktualisierung reicht der Bildungsanbieter vor Ablauf der zwei Jahre einen Veränderungsreport bei der Testierungsstelle ein. Wenn das Testat aktualisiert wurde, erhält der Bildungsanbieter ein neues Logo mit dem aktuellen Gültigkeitsdatum.

Der Veränderungsreport ist die Basis für die Aktualisierung des Testats. Ziel des Veränderungsreports ist es, zu reflektieren und zu dokumentieren, was sich in der Konzeption der Bildungsveranstaltung verändert hat, welche Erfahrungen zu welchen Veränderungen im Konzept geführt haben, welche Verfahren sich bewährt und bestätigt haben. Damit reflektiert der Bildungsanbieter die eigene Qualitätsentwicklung seit der Testierung bzw. seit dem letzten Veränderungsreport.

Welche Angaben im Veränderungsreport gemacht werden müssen, ist im LQB-Leitfaden für die Praxis ausführlich erläutert.

Insgesamt setzt das LQB-Verfahren auf die Eigenaktivität und -verantwortung der Bildungsanbieter, ihren im Rahmen der Testierung begonnenen Qualitätsprozess auf Dauer zu stellen. Die zweijährliche Aktualisierung des Testats dient mithin auch der Selbstreflexion, ob Qualitätsentwicklung tatsächlich kontinuierlich stattfindet.


Auf dem Weg zur Testierung liegen folgende Schritte:

  • das Einführungsgespräch
    • Nach der Anmeldung zur Testierung findet ein Informationsgespräch statt, in dem Fragen zum Inhalt und Verfahren von LQB geklärt werden können.
  • die interne Evaluation und das Erstellen des Selbstreports
    • Dies ist der Prozess der Selbstreflexion des eigenen Handelns und der Durchführung von Qualitätsentwicklungsmaßnahmen. Am Ende steht ein schriftlicher Selbstreport, in dem für jeden Qualitätsbereich die Erfüllung der Anforderungen beschrieben ist und die eigenen Verfahren begründet werden.
  • die Begutachtung
    • Auf der Basis des Selbstreports wird ein ausführliches schriftliches Gutachten erstellt. Im Gutachten wird geprüft, in welcher Form die Anforderungen des LQB-Modells erfüllt sind. Ggf. werden Auflagen erteilt. Außerdem erhält das Gutachten einen Beratungsteil mit Kommentaren und Anregungen des bzw. der Gutachtenden.
  • das Rückmeldegespräch
    • Nach Erhalt des Gutachtens findet ein Rückmeldegespräch statt. Hier besteht die Möglichkeit, das Gutachten mit der Gutachterin zu diskutieren. Darüber hinaus prüft die Gutachterin die Nachweise für die im Selbstreport beschriebenen Verfahren und ggf. die Erfüllung der Auflagen.
  • Erteilung des Testats
    • Wenn alle Anforderungen von LQB durch den Bildungsanbieter erfüllt wurden, erhält er ein Testat für die evaluierte Bildungsveranstaltung sowie ein digitales Testats-Logo, welches er für Werbezwecke nutzen kann. Das Testat gilt im Prinzip dauerhaft, unter der Voraussetzung, dass es alle zwei Jahre aktualisiert wird. 

Um die Qualitätsentwicklung als kontinuierlichen Prozess zu gestalten und um aktuellen Veränderungen im Konzept der Bildungsveranstaltung gerecht zu werden, ist vorgesehen, dass der Bildungsanbieter nach zwei Jahren einen Veränderungsreport einreicht, in dem er Innovationen und Modifikationen in der Bildungsveranstaltung beschreibt, reflektiert und bewertet. Auf der Grundlage dieses Veränderungsreports aktualisiert die Testierungsstelle das Testat. Die Aktualisierung gilt wieder für einen Zeitraum von zwei Jahren.


Folgende Kernleistungen sind in den Testierungskosten enthalten:

  • ein LQB-Leitfaden für die Praxis,
  • ein Einführungsgespräch, das telefonisch oder bei ArtSet stattfindet,
  • die Begutachtung des Selbstreports durch eine/n unabhängige/n, von der Testierungsstelle ArtSet benannte/n Gutachtende/n in Form eines umfangreichen, schriftlichen Gutachtens,
  • ein Rückmeldegespräch mit dem Gutachter/der Gutachterin in den Räumen des Bildungsanbieters,
  • ein von der ArtSet® Qualitätstestierung GmbH ausgestelltes Testat, mit dem die erfolgreiche Testierung bestätigt wird und das den Bildungsanbieter berechtigt, das entsprechende Qualitätssiegel zu führen,
  • ein LQB-Logo als Grafik für das Marketing. 

Zusätzlich werden folgende Serviceleistungen von der Testierungsstelle zur Verfügung gestellt:

  • eine Hotline zur kurzfristigen Klärung im Prozess auftauchender Fragen (Telefon und E-Mail),
  • eine Auflistung der zur Testierung angemeldeten und der testierten Bildungsanbieter auf der Internetseite bietet die Möglichkeit zu Vernetzung und wechselseitiger Unterstützung.